Thermalölanlagen und Thermoölerhitzer für industrielle Prozesswärme

Eine Thermalölanlage von AURA ermöglicht die zuverlässige Übertragung thermischer Energie in industriellen Produktionsprozessen. Sie nutzt Thermalöl, auch Thermoöl genannt, als flüssiges Wärmeträgermedium, um Wärme von einem Erhitzer zu den angeschlossenen Verbrauchern zu transportieren.

Eine Thermalölanlage, auch als Thermoölanlage oder Wärmeträgerölanlage bezeichnet, besteht aus einem Wärmeerzeuger, einem geschlossenen Wärmeträgerkreislauf, Umwälzpumpen sowie den erforderlichen Regelungs- und Sicherheitseinrichtungen.

Der Thermoölerhitzer, auch Thermalölerhitzer genannt, erwärmt das zirkulierende Wärmeträgeröl auf die erforderliche Betriebstemperatur. Die Technologie ermöglicht eine kontinuierliche und präzise Wärmeversorgung unterschiedlicher industrieller Verbraucher. Abhängig vom Wärmeträger und der Anlagenauslegung können dabei hohe Prozesstemperaturen bei vergleichsweise niedrigem Druck erreicht werden.

Thermalölanlagen von AURA auf einen Blick

Technologie: Indirekte Wärmeübertragung mit Thermalöl

Wärmeträger: Mineralisches oder synthetisches Thermalöl sowie geeignete Spezialfluide

Wärmeerzeugung: Elektrisch, befeuert oder durch Nutzung vorhandener thermischer Energie

Maximale Temperatur: Bis zu 450 °C

Heizleistung: Je nach Anlagentyp von 75 kW bis 25 MW

Ausführung: Individuell ausgelegte Thermalölanlagen

Leistungen: Engineering, Konstruktion, Fertigung, und Service

Typische Anwendungen: Pressen, Reaktoren, Trocknungsanlagen, Industrieöfen und weitere industrielle Wärmeverbraucher

AURA-Anlage Beispielbild
Beispiel: Elektrisch beheizte Thermalölanlage von AURA

Was ist eine Thermalölanlage?

Eine Thermalölanlage ist ein industrielles Wärmeversorgungssystem, das thermische Energie mithilfe eines flüssigen Wärmeträgers transportiert. Thermalölanlagen werden auch als Thermoölanlagen oder Wärmeträgerölanlagen bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch findet sich außerdem der Begriff Thermalölheizung. Im Unterschied zu einer direkten Beheizung wird die Wärme zunächst auf das Thermalöl übertragen und anschließend über einen geschlossenen Kreislauf zu den Wärmeverbrauchern transportiert. Dieses Prinzip ermöglicht die zentrale Wärmeversorgung unterschiedlicher Produktionsprozesse. Thermalölanlagen kommen beispielsweise in der chemischen Industrie, Kunststoffverarbeitung, Lebensmittelindustrie sowie Holz- und Papierindustrie zum Einsatz.

 

Thermoölerhitzer oder Thermoölanlage – was ist der Unterschied?

Die Begriffe Thermoölerhitzer und Thermoölanlage werden im industriellen Sprachgebrauch teilweise synonym verwendet. Technisch besteht jedoch ein Unterschied:

Ein Thermoölerhitzer ist der Wärmeerzeuger, der das Thermoöl erwärmt.

Eine Thermalölanlage bezeichnet dagegen das vollständige Wärmeversorgungssystem einschließlich des Erhitzers, Pumpen, Rohrleitungen, Regelungs- und Sicherheitseinrichtungen sowie der angeschlossenen Wärmeverbraucher. AURA entwickelt sowohl einzelne Thermoölerhitzer als auch vollständige, individuell ausgelegte Thermalölanlagen.

Funktionsweise und Aufbau

Das technische Grundprinzip einer Thermalölanlage beruht auf einem geschlossenen Wärmeträgerkreislauf, in dem ein mineralisches, synthetisches oder silikonbasiertes Wärmeträgeröl erwärmt wird. Die thermischen Eigenschaften des eingesetzten Thermoöls ermöglichen die Übertragung hoher Temperaturen bei vergleichsweise niedrigem Druck.

1. Wärmeerzeugung

Im Thermoölerhitzer wird thermische Energie bereitgestellt. Je nach Technologie kann diese elektrisch, durch die Verbrennung eines geeigneten Brennstoffs oder durch die Nutzung vorhandener Wärmequellen erzeugt werden.

Bei befeuerten Thermoölerhitzern können beispielsweise Erdgas, Heizöl oder andere geeignete gasförmige und flüssige Brennstoffe eingesetzt werden. Die Brennstoffe werden in einem Brenner kontrolliert verbrannt. Die entstehende Wärme wird über geeignete Wärmeübertragungsflächen auf das zirkulierende Thermoöl übertragen.

2. Erwärmung des Wärmeträgers

Das Thermoöl nimmt die bereitgestellte Wärme auf und wird auf die erforderliche Betriebstemperatur erwärmt.

Die Heizleistung wird entsprechend dem tatsächlichen Wärmebedarf geregelt.

3. Transport der Prozesswärme

Eine Umwälzpumpe transportiert das erhitzte Thermoöl durch Rohrleitungen zu den angeschlossenen Wärmeverbrauchern.

4. Wärmeabgabe und Rückführung

Das Thermoöl gibt seine thermische Energie an den Produktionsprozess ab und fließt anschließend zum Erhitzer zurück.

Dieser geschlossene Kreislauf ermöglicht eine kontinuierliche und kontrollierte Versorgung industrieller Prozesse mit Wärme.

Moderne Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sorgt dafür, dass die erforderliche Wärmemenge entsprechend dem aktuellen Prozessbedarf bereitgestellt wird.

Wie profitieren Unternehmen vom Einsatz eines Thermoölerhitzers?

Die Einführung oder Modernisierung eines Thermoölerhitzers kann Unternehmen unterschiedliche technische und wirtschaftliche Vorteile bieten. Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, hohe Prozesstemperaturen bei vergleichsweise niedrigem Druck bereitzustellen. Dadurch können sich gegenüber Hochtemperatur-Dampfsystemen bestimmte Anforderungen an die drucktechnische Auslegung unterscheiden.

Gleichzeitig ermöglicht die präzise Regelung eine bedarfsgerechte Wärmeversorgung. Dies kann insbesondere bei wechselnden Produktionsbedingungen dazu beitragen, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden. Auch die Versorgung mehrerer Wärmeverbraucher über einen zentralen Wärmeträgerkreislauf kann für industrielle Produktionsanlagen wirtschaftlich interessant sein.

 

Wirtschaftlichkeit von Thermoölerhitzern

Ob ein Thermoölerhitzer wirtschaftlicher ist als eine alternative Wärmeerzeugung, hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:

  • Benötigte Heizleistung
  • Betriebsstunden
  • Energiepreise
  • Investitionskosten
  • Wartungsaufwand
  • Vorhandene Infrastruktur
  • Anforderungen an die Temperaturregelung
  • Möglichkeiten zur Wärmerückgewinnung

Die wirtschaftlichen Vorteile müssen deshalb immer anhand der konkreten Anwendung bewertet werden.

AURA unterstützt Unternehmen bei der technischen Auslegung und Bewertung geeigneter Prozesswärmelösungen.

Individuelle Anlagen von AURA

Häufige Fragen

Thermoölerhitzer haben sich in zahlreichen Industriezweigen etabliert, weil sie eine zuverlässige und präzise Wärmeversorgung ermöglichen.

Hohe Temperaturen bei vergleichsweise niedrigem Druck: Thermoöl kann hohe Prozesstemperaturen übertragen, ohne dass die hohen Sättigungsdrücke vergleichbarer Dampfsysteme erforderlich sind. Die tatsächlich notwendigen Betriebsdrücke hängen vom Wärmeträger und der Anlagenauslegung ab.

Präzise Temperaturregelung: Moderne Regelungstechnik ermöglicht eine bedarfsgerechte Anpassung der Heizleistung. Dadurch lassen sich definierte Prozesstemperaturen auch bei wechselnden Produktionsbedingungen zuverlässig einhalten.

Geringerer Wartungsaufwand in bestimmten Anwendungen: Im Gegensatz zu Dampfsystemen benötigt ein Thermoölkreislauf keine kontinuierliche Kesselwasseraufbereitung oder klassische Kondensatrückführung.

Der tatsächliche Wartungsaufwand hängt jedoch von der Anlagenkonfiguration und den Betriebsbedingungen ab.

Keine wasserbedingte Korrosion im Wärmeträgerkreislauf: Da Thermoöl anstelle von Wasser als Wärmeträger eingesetzt wird, treten die für wasserbasierte Systeme typischen Korrosionsmechanismen im Wärmeträgerkreislauf nicht in gleicher Weise auf. Andere Formen von Korrosion und Materialschädigung müssen bei der Auslegung und Wartung dennoch berücksichtigt werden.

Robuste Konstruktion und lange Lebensdauer: Industrielle Thermoölerhitzer sind für anspruchsvolle Betriebsbedingungen ausgelegt. Eine geeignete Konstruktion, regelmäßige Wartung und die Überwachung des Wärmeträgeröls unterstützen einen langfristig zuverlässigen Anlagenbetrieb.

Flexible Nutzung unterschiedlicher Energiequellen: Thermoölerhitzer können je nach Ausführung elektrisch oder befeuert betrieben werden. Auch die Nutzung vorhandener thermischer Energie ist möglich.

Versorgung mehrerer Wärmeverbraucher: Ein zentraler Thermoölerhitzer kann mehrere industrielle Verbraucher über einen gemeinsamen Wärmeträgerkreislauf versorgen.

Hohe Betriebssicherheit: Durch geeignete Sicherheitseinrichtungen wie Strömungswächter, Temperaturüberwachung und Sicherheitstemperaturbegrenzer kann ein kontrollierter Anlagenbetrieb gewährleistet werden.

Die konkrete Sicherheitsauslegung richtet sich nach den geltenden technischen Anforderungen.

Mehr über die Eigenschaften des Wärmeträgers erfahren Sie auf unserer Technologieseite zur drucklosen Wärmeübertragung mit Thermoöl.

Eine Thermalölanlage bezeichnet das vollständige industrielle Wärmeversorgungssystem einschließlich Wärmeerzeuger, Pumpen, Rohrleitungen und Regelungstechnik. Der Thermoölerhitzer ist die Komponente innerhalb der Anlage, die das zirkulierende Thermalöl erwärmt. Die Begriffe Thermoölerhitzer und Thermalölerhitzer werden synonym verwendet.

Industrielle Thermalölanlagen können abhängig vom Wärmeträger und der technischen Ausführung Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius erreichen. AURA bietet je nach Beheizungsart Systeme für Temperaturen von bis zu 450 °C an. Die tatsächlich zulässige Betriebstemperatur hängt insbesondere vom eingesetzten Wärmeträger und der Anlagenauslegung ab.

Thermalölanlagen unterscheiden sich hauptsächlich nach der Art der Wärmeerzeugung. Dazu gehören elektrisch beheizte, befeuerte, rauchgasbeheizte und dampfbeheizte Systeme. Die geeignete Technologie hängt von Heizleistung, Betriebstemperatur, verfügbarer Energiequelle und Prozessanforderungen ab.

Thermalölanlagen werden unter anderem zur Beheizung von industriellen Pressen, chemischen Reaktoren, Extrudern, Trocknungsanlagen und Industrieöfen eingesetzt. Sie eignen sich besonders für Produktionsprozesse, die eine zuverlässige indirekte Wärmeübertragung und präzise Temperaturregelung benötigen.