- Energieverbrauch
- Abwärme
- Emissionen
- Zukunftssicherheit
Wie sich Bestandsanlagen durch Wärmerückgewinnung, Elektrifizierung und weitere Umbauten gezielt modernisieren lassen, ohne sie vollständig zu ersetzen.
Viele Bestandsanlagen arbeiten zuverlässig, dennoch kann durch verschiedene Situationen Handlungsbedarf entstehen:
Die Anlage läuft zuverlässig, verbraucht aber zu viel Energie oder arbeitet nicht mehr im optimalen Lastbereich.
Rauchgas, Abgas oder Abluft wird ungenutzt abgeführt, obwohl nutzbare Temperaturniveaus vorhanden sein könnten.
Emissionsgrenzwerte oder interne CO2-Ziele gewinnen an Bedeutung und erhöhen den Handlungsdruck.
Die Anlage wurde für frühere Lastprofile, Medien oder Temperaturen ausgelegt.
In den vergangenen Jahren wurden für viele Anlagen neue regulatorische Anforderungen verpflichtend eingeführt.
Es ist unklar, ob die Anlage in den kommenden Jahren weiterhin zuverlässig betrieben werden kann und darf.
Wärmerückgewinnung ist ein Oberbegriff für technische Lösungen, bei denen Wärme genutzt wird, die sonst ungenutzt verloren gehen würde. Diese Wärme kann beispielsweise aus Rauchgas, Abgas, Abluft oder anderen Prozessströmen stammen. Durch Wärmerückgewinnung können Betreiber Energieverbrauch, Betriebskosten und je nach Brennstoff auch CO₂- und Schadstoffemissionen ihrer Prozesswärmeanlage senken.
Prozesswärme wird nicht durch Verbrennung, sondern elektrisch erzeugt. Sie ist eine technische und wirtschaftliche Option, die besonders dort relevant wird, wo Emissionsanforderungen, CO₂-Kosten, Innenraumaufstellung, Regelgenauigkeit oder Zukunftsfähigkeit eine Rolle spielen. Gerade bei Bestandsanlagen kann Elektrifizierung auch schrittweise gedacht werden.
Umbauten kommen infrage, wenn eine Prozesswärmeanlage grundsätzlich weiter betrieben werden kann, aber nicht mehr optimal zu den heutigen Anforderungen passt. Gründe können beispielsweise neue Temperaturanforderungen, geänderte Wärmeträgermedien oder eine geplante Erweiterung des Systems sein. Der Vorteil: Die bestehende Infrastruktur bleibt weitgehend erhalten und nur gezielt dort eingegriffen, wo technischer oder wirtschaftlicher Handlungsbedarf besteht.
Effizienz beginnt im laufenden Betrieb: Regelmäßiger Service und gezielte Wartung helfen, Verschleiß frühzeitig zu erkennen und ungeplante Stillstände zu vermeiden. Sie tragen dazu bei, Anlagen länger und effizienter zu betreiben und schaffen zugleich die Grundlage für die Entscheidung, ob weitere Maßnahmen wie Umbau, Wärmerückgewinnung oder Elektrifizierung sinnvoll sind.
Bei einer befeuerten Thermalölanlage mit 1500 kW Heizleistung und einer maximalen Betriebstemperatur von 280°C wurde ein Luftvorwärmer in das System integriert.
Ein Luftvorwärmer nutzt die Restwärme heißer Abgase, um die Verbrennungsluft vor dem Eintritt in den Brenner vorzuwärmen. Dadurch muss der Brenner weniger Energie aufbringen, um die erforderliche Prozesstemperatur zu erreichen. Der Brennstoffeinsatz sinkt, die Effizienz der befeuerten Anlage steigt.
Vor einer Modernisierung sollten technische, wirtschaftliche und regulatorische Fragen gemeinsam betrachtet werden. Diese Fragen helfen, Maßnahmen abzuwägen und zu strukturieren.
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